Schneefall, insbesondere in der Zeit von November bis März, wird ja völlig überbewertet! In der Stadt will ihn eh kein Mensch: in aller Herrgottsfrühe Autoscheiben vom Eis frei zu kratzen, frierend im Schneetreiben auf den verspäteten Bus zu warten oder auf Radwegen mit tiefen Spurrillen im Schnee durch die Gegend zu eiern, steht bei niemandem auf der Hitliste.
Auf den Pisten sorgen Schneekanonen für ausreichend Schnee, und für die Skitourengeher sorgt der Wind dafür, dass zumindest in den Rinnen genug Schnee zum Abfahren da ist.
Genau: zum Abfahren! Rauf war's dann am Sonntag doch etwas mühsamer.
Ursprünglich sollte es von der Oberlandhütte auf den Schwarzkogel gehen. Dazu konnte angesichts der Schneeverhältnisse jedoch selbst der Hüttenwirt nicht mehr mit gutem Gewissen raten. Aber der Floch sei machbar. Alles halt, was eher nordseitig ist.
Spannend wurde es, als wir die Skigebiete von Hopfgarten und Westendorf passierten, die weniger wegen der vielen Skifahrer auffielen, als wegen der beschneiten weißen Bahnen, die sich inmitten gelbgrüner Berghänge ins Tal zogen.
"Acht Kilometer haben wir noch!", stellte der Tourenorganisator mit großem Optimismus fest. Also acht Kilometer, um eine geschlossene Schneedecke zu erspähen, die nicht nur zum Aufsteigen reicht, sondern auch eine genussvolle Abfahrt verspricht. Zugegeben, wegen einer schönen Abfahrt zieht es nicht jeden auf Skitour. Für manch einen reicht es schon, schweißgebadet am Gipfel zu stehen.
Acht Kilometer später war die Hoffnung noch nicht gestorben, auch angesichts des blank vereisten Forstwegs triumphierte noch der Optimismus: "Koa Problem, do dea ma beim Obiforn de Harscheisen drauf."[1]
Nach eineinhalb Stunden, und sage und schreibe 150 Höhenmetern Aufstieg, lagen die Berggipfel immer noch in weiter Ferne. Zu diskutieren, welcher Berg denn jetzt den meisten Schnee verspricht, kostet halt auch ein bisschen Zeit. Am Ende blieb der Große Tanzkogel übrig und wir balancierten in kurzärmeligen T-Shirts, immerhin lachte die Sonne, gut gelaunt über die skibreiten Schneereste auf der Forststraße.
Erst als uns die ersten Tourengeher entgegenkamen, weil ihnen das Skier tragen zu blöd geworden war, ließ der Optimismus ein wenig nach. Aber nur ein wenig, denn wer lässt sich schon von einer kurzen Tragestrecke durch ein Waldstück entmutigen? Es macht ja auch richtig Spaß mal so mit den Skistiefeln weglos durch den schmatzenden Matsch zu laufen! Ein bisschen anstrengend, verbessert aber auch die Kondition, und Blutergüsse an den Schienbeinen sind schließlich auch eher verdienstkreuzverdächtig.
Die Zwischentiefs bis zum Gipfel traten je nach Person unterschiedlich häufig auf, und am Gipfelkreuz wurde eigentlich auch nicht mehr groß darüber geredet, dass es nur "g'schissene tausend Höhenmeter" waren, die uns mehrere Stunden Aufstiegszeit gekostet haben.
Gelohnt hat es sich dann aber auch noch für die, die eigentlich nur wegen der Abfahrt aufgestiegen sind: weite Hänge und erstaunlich guter Schnee!
Die Harscheisen haben wir auf dem Forstweg übrigens nicht angelegt: bei gefühlten 0,001% Gefälle, kann der Untergrund gar nicht glatt genug sein!
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